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Gudrun Schmitz
01.11.2010, 00:47Uhr
Danke für Ihren Bach, Ihren Brahms, Ihren Mendelssohn anläßlich des zweiten Gottesdienstes in der neuen Universitätskirche St. Pauli!

Ich hoffe von Herzen, daß Ludwig Güttler nie wird sagen müssen, er hätte in der neuen Universitätskirche noch ohne Glaswand musizieren können. Möge niemals eine Wand dieses Haus trennen!
Jens Rosigkeit
04.10.2010, 22:40Uhr
Ich staune nach wie vor, wie unkritisch das konservatorische "Argument" akzeptiert wird. Es ist ja großer Unfug! Zehntausende von Kirchen besitzen Epitaphien ohne Klimatisierung! Sie sind in Innenräumen ja prinzipiell ausreichend geschützt!
paulinum-glaswand.de
Redaktion
02.02.2010, 10:49Uhr
Heute, am 2.02.2010 findet um 19.30 Uhr in der Thomaskirche ein Benefizkonzert
zugunsten der Erdbebenopfer von Haiti statt. Neben dem Universitätschor,
der Auszüge aus Dvoraks "Stabat mater" singen wird, wirken außerdem der
Thomanerchor, amarcord, Reiko Brockelt, Daniel Beilschmidt und das
Mendelssohnorchester mit. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine
großzügige Kollekte gebeten.
jse/mgö
Claudia Maria mahler
03.12.2009, 00:36Uhr
Mit Ihrem wunderbaren "Lobgesang" ist heute Abend Felix Mendelssohn Bartholdy in die Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig zurückgekehrt.

Danke dafür.
paulinum-glaswand.de
Redaktion
28.11.2009, 20:39Uhr
Nun ist es soweit – das erste Konzert im Paulinum!

Die Universität Leipzig wird an diesem Mittwoch 600 Jahre alt! Dazu veranstaltet die Universitätsmusik vielfältige Konzerte. Nachdem der Universitätschor gemeinsam mit Opernchor und Mendelssohn Orchester bereits den Festakt am Vormittag begleiten wird, werden wir am Abend um 18.30 Uhr das Programm erneut aufführen. Zu hören gibt es das zum Jubiläum komponierte Auftragswerk „Tempo e Tempi“ von Bernd Franke sowie den „Lobgesang“ von Mendelssohn.
Ort der Konzerte ist das neue Paulinum - Aula/Universitätskirche St. Pauli, das extra für die Feierlichkeiten hergerichtet wurde – bisher ohne Glaswand!
Um 22 Uhr findet ebenfalls im Paulinum ein Jazzkonzert der Leipzig BigBand gemeinsam mit der „Vocal Jazz Group tonalrausch“ und dem Pauliner Kammerorchester unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm statt.

Für beide Konzerte sind noch Karten (Ticketgalerie, Musikalienhandlung Oelsner) erhältlich.

Parallel spielt die Unibigband im neuen Hörsaalgebäude zu den dortigen Feierlichkeiten.

Wir wünschen allen Konzertbesuchern viel Vergnügen und Freude an der Musik!

Da der Jubiläumsball von der Unileitung kurzfristig abgesagt wurde, muss der Auftritt des Universitätsorchesters leider entfallen. Auch die Konzerte von Thomanerchor, Gewandhausorchester, MDR Rundfunkchor und Sinfonieorchester im Rahmen der geplanten VIII. Universitätsmusiktage im Paulinum können nicht stattfinden. Für die Mitglieder der Universitätsmusik ist dies nach monatelangen Vorbereitungen sehr enttäuschend.
mgö
Gerd
14.11.2009, 16:42Uhr
In finde es schockierend, dass man auch 20 Jahre nach der Wende die Universitätskirche nicht originalgetreu aufgebaut hat und eines der prominentesten Kulturverbrechen Ulbrichts ungeschehen gemacht. Das finde ich beschämend. Diese \"Remineszenz\" konserviert letzten Endes auch das Werk dieses Mannes anstatt ihn und seine Funktionärsbande in den Staub zu treten. Bei dem Wort \"Glas\" wird mir ganz übel.
Claudia Maria Mahler
02.09.2009, 17:57Uhr
Thomaskantor Professor Georg Christoph Biller findet in der heutigen Leipziger Volkszeitung treffende Worte:
"Das eigentliche Freiheits- und Einheitsdenkmal wird schon errichtet: Es ist die neue Universität! Voraussetzung wäre allerdings, dass die neuen Gebäude, zu denen ein Kirchenbau gehört, wirklich die Überwindung der Diktaturen symbolisieren, indem sie nicht nur scheinbar Toleranz widerspiegeln. Wenn anstelle der einstmals auf Grund der stalinistischen Gleichschaltungspolitik gesprengten Paulinerkirche ein neuer Sakralbau entsteht, der aber nur hinter einer geschlossenen Glaswand gottesdienstlich genutzt werden soll, wird nicht weltanschauliche Toleranz, sondern eher Schizophrenie deutlich."
Friedrich Stolberg
13.07.2009, 23:09Uhr
Ich wünsche der ehrwürdigen Universitätsmusik zu Leipzig in Ihrer zukünftigen Heimstatt alles erdenklich Gute.
Glauben Sie mir: Die Musik von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy sprengt sogar Wände aus Panzerglas!
Caroline Mayer
21.02.2009, 08:57Uhr
Inzwischen ist, wie zu lesen war, der Auftrag für die Trennwand erteilt worden. An ein Unternehmen, das vornehmlich Trennwände für Aquarien baute, so u.a. die Trennwand im Elefantenhaus des Leipziger Zoos.
Alle Bitten, alle Hinweise, alle Mahnungen wurden in den Wind geschlagen.
Was würden Bach und Mendelssohn dazu sagen?

Es wird so kommen, wie es immer kommt: In einigen Jahren wird es heißen: Heute würden wir nicht mehr so bauen.
Dann aber ist es zu spät.
Christoph A. Harzer
04.12.2008, 20:18Uhr
Am 8. November zitierte ich hier mit Blick auf die geplante Trennwand aus dem Brief von Herrn Gewandhauskapellmeister a. D. Prof. Dr. Herbert Blomstedt an den Sächsischen Ministerpräsidenten, in dem es heißt:
„Als Künstler, Wissenschaftler und Christ ist es mir ein Herzensanliegen, daß die Trennwand zwischen Altarraum und Kirchenschiff in der neuen Universitätskirche St. Pauli in Leipzig nicht gebaut wird, sondern daß der ursprüngliche Siegerentwurf des Architekten van Egeraat realisiert wird.
Dies sowohl aus akustischen als religiösen Gründen.
Die Aufgabe der Universität ist zu verbinden, nicht zu trennen."

Darauf antwortete Frau Ilka Hausmann am 10. November:
„Der ursprüngliche Siegerentwurf des Architekten van Egeraat sah eine doppelte, nicht transparente Trennwand vor.“

Dazu möchte ich bemerken, dass in der Ausstellung des Jahres 2004 nach dem erfolgten Wettbewerb im Gewandhausfoyer, für die Prof. Herbert Blomstedt sein Haus zur Verfügung gestellt hatte, in der Präsentation des Architekten van Egeraat von einer „Gardine und/oder flexiblen Trennwänden“ die Rede war, mit deren Hilfe bei Bedarf der Chorraum vom Kirchenschiff „separiert“ werden könnte.

Diese Formulierung ist meilenweit von dem entfernt, was jetzt geplant ist, nämlich eine nur zur Hälfte der Breite des Raumes zu öffnenden Trennwand, die grundsätzlich geschlossen sein und nur zu besonderen Anlässen geöffnet werden soll.

Auch war in allen damals veröffentlichten Bildern des Inneren keine Trennwand abgebildet. So auch nicht im Leipziger Amtsblatt vom März 2004, welches den Siegerentwurf vorstellte. Unter dem Bild des Innenentwurfs van Egeraats, in dem jeder unschwer den Raum der gesprengten Kirche wiedererkennen konnte, stand wörtlich:
„Im Inneren aber entsteht die gotische Paulinerkirche wieder in Anlehnung an ihr Original mit Pfeilern und Kreuzrippengewölbe.“

Inzwischen kann vom ursprünglichen Raumeindruck des Siegerentwurfs keine Rede mehr sein.

Wenn Gewandhauskapellmeister a. D. Prof Herbert Blomstedt als Künstler, Wissenschaftler und Christ die Trennwand mit der Begründung ablehnt, eine Universität soll verbinden und nicht trennen, und die Rückkehr zum ursprünglichen Siegerentwurf fordert, und zwar so, wie er den Bürgerinnen und Bürgern Leipzigs damals verbindlich zugesagt worden ist, dann hat er meine uneingeschränkte Zustimmung.

Dabei steht für mich außer Frage, dass für die aus der gesprengten Universitätskirche St. Pauli geretteten Kunstwerke, die wieder aufgestellt werden – und dazu müssen meiner Meinung nach vor allem der Altar und die Barockkanzel gehören -, selbstverständlich Möglichkeiten der Wiederaufstellung ohne Trennwand gefunden werden könnten.

Man muss dies nur wirklich wollen. Nicht nur der Leipziger Universitätsmusik wäre damit gedient.
paulinum-glaswand.de
Redaktion
02.12.2008, 23:11Uhr
Als Musiker geht es uns vordergründig um eine optimale konzertante Nutzung des neuen Raumes am Augustusplatz. Zum Namensstreit möchten und können wir uns nicht positionieren. Denn auch unter uns studentischen Mitgliedern der Universitätsmusik gibt es viele unterschiedliche Auffassungen zu diesem Thema. Auch wir finden es schade, dass zu unserer Aufführung der h-Moll Messe in der Thomaskirche nicht das musikalische Werk Bachs allein im Mittelpunkt stehen konnte. Das genannte Plakat wurde von der Thomaskirche aufgehängt, worauf die Universitätsmusik als Mieter - trotz mehrmaliger Versuche - keinen Einfluss nehmen konnte. Da ein Konzert der Leipziger Universitätsmusik eine universitäre Veranstaltung ist, war die Aufführung der h-Moll Messe aus zeitlichen und thematischen Gründen eine passende Möglichkeit für die feierliche Begrüßung des Bach-Archivs als An-Institut der Universität Leipzig.
mgö
Harald Samuel
02.12.2008, 15:05Uhr
Man kann es gar nicht oft genug betonen: Der Name Paulinum ist historisch besetzt - und bezieht sich auf eine andere Fläche. Man kann nicht einfach so tun, als gäbe es "das Paulinum", was jetzt nur eine "Kirchenlobby" nicht akzeptieren möchte. Das ist Polemik mit Unwissenheit gepaart. Lustig auch, daß man frei von Cafe Felsche und Augusteum redet, nur das Gebäude dazwischen darf keine Namenskontinuität erhalten. Ein Schelm usw.
Dietrich Koch
02.12.2008, 11:09Uhr
Christian B. zur Namensfrage: Als dritten Punkt bin ich äußerst schockiert über die Methoden der Politisierung der Namensfindung des Neubaus... Kürzlich hing während der h-moll Messe von Bach in der Thomaskirche ein großes Transparent mit der Forderung, das Paulinum \"Universitätskirche\" zu nennen. Noch schlimmer fand ich jedoch die provokante mehrmalige Nennung des Paulinums als \"Universitätskirche\" während der Vorrede zum Konzert. Ich denke das gehört nicht an eine eine solche Stelle, das (zahlende!) Publikum kam hier nicht zu einer Propaganda-veranstaltung zusammen...
Weiterhin erscheint mir der Name \"Universitätskirche\" schon allein deshalb unpassend, weil es hier eigentlich um eine Aula der Uni geht mit einer geschichtlichen Reminiszenz an die Paulinerkirche. Nun hat die Kirchenlobby sich jetzt schon so weit durchgesetzt, dass es eine 1:1 Anmutung einer Kirche gebaut bekommen hat.. das hätte man sicher auch abstrakter lösen können..
Doch sollten wir uns alle einmal vor Augen führen:
Der demokratische Rechtsstaat sollte (und wollte) aus Steuergeldern keine Kirche bauen, sondern eine Bildungsstätte, oder?

Die Frankfurter Paulskirche ist keine Kirche mehr, die Göttinger Paulinerkirche/Universitätskirche ist ein Bibliothekssaal, und das Leipziger Gewandhaus ist schon lange kein Messehaus der Tuch- und Wollwarenhändler mehr. Gleiches gilt für die Leipziger Alte Börse. Die Namen sind schon allein durch die historische Kontinuität gerechtfertigt. Ebenso sollte der Bau van Egeraats aus Gründen der historischen Kontinuität, zur bleibenden Erinnerung an die gesprengte Kirche, wieder wie sein Vorgängerbau Universitätskirche/Paulinerkirche heißen. Diese Namensgebung ist von der jetzigen Nutzung unabhängig. Der neue Name „Paulinum“ hat eine andere historische Bedeutung.
Und warum darf der sog. „Andachtsraum“ nicht Universitätskirche heißen. Hinter diesem ist die weltliche Aula. Und manchmal ist diese mit dem Altarraum zusammen Kirche, und dann wieder ist sie ohne diesen weltliche Aula. Wo ist das Problem? Name und Nutzung brauchen nicht zusammenzufallen.
Thomas Pohlmann
02.12.2008, 10:12Uhr
Christian B. schrieb: „Weiterhin erscheint mir der Name "Universitätskirche" schon allein deshalb unpassend, weil es hier eigentlich um eine Aula der Uni geht mit einer geschichtlichen Reminiszenz an die Paulinerkirche. [...] Der demokratische Rechtsstaat sollte (und wollte) aus Steuergeldern keine Kirche bauen, sondern eine Bildungsstätte, oder?“

Auch wenn es auf dieser Homepage aus gutem Grunde um die bei einer Trennwand beeinträchtigte Akustik geht, muss ich hier kurz auf obige Aussagen eingehen, denn sie widersprechen der von der Staatsregierung und der Universität vorgegebenen Aufgabenstellung für den Architektenwettbewerb und dem ihm folgenden Qualifizierungsverfahren. Darin hieß es nicht nur, der Bau soll als „Ort akademischer Veranstaltungen, der Universitätsgottesdienste und der universitären Musikpflege eine lebendige Begegnungsstätte werden“, sondern eben auch: »Wesentlich ist dabei die Nutzung als Aula und als Kirche«. Genau dafür und für nichts anderes hat der Freistaat, also „der demokratische Rechtsstaat“, die entsprechenden Mittel der Steuerzahler zur Verfügung gestellt.

Jedem, der sich mit dem Bau beschäftigt, dürfte auch das Bauschild am Augustusplatz bekannt sein, auf dem als Bauvorhaben – an sich unmissverständlich - angegeben ist: „Aula/Kirche“.

Es geht also um weitaus mehr als nur um „eine Aula“ als „geschichtliche Reminiszenz an die Paulinerkirche“, es geht um die Aula der Universität UND um die Universitätskirche.

Christian L.E.
01.12.2008, 20:33Uhr
Danke - aus eigenem Wissen ist mir dieser Fakt durchaus sehr bekannt, wobei das natürlich nicht immer zutrifft.
Worauf ich hinweisen wollte ist, dass die Orgel wohl fast nie zu kirchlichen Veranstaltungen genutzt werden kann!
1. Müsste die Glaswand geöffnet werden, somit kann nie parallel eine Veranstaltung stattfinden
2. Die Orgel-Akustik im Andachtsraum dürfte sich mittlerweile jeder selbst ausmalen können.

Wenn geplant ist, eher "selten" Konzerte durchzuführen (der baldige akustische Ruf des Raumes dürfte dann sowieso viele abschrecken) frage ich mich, wozu dann eine teure Orgel gebaut werden soll? Ein weitaus besserer Konzertraum ist daneben mit dem Gewandhaus gegeben. Ansonsten steht eine Orgel immer in einem Kirchenraum...
Es wäre echt schade um das Instrument und - weil wir als Steuerzahler alles finanzieren - sollte die Diskussion geführt werden!

Allgemein möchte ich betonen, dass ich eine gemeinsame Nutzung von Uni-Veranstaltungen und kirchlichen Veranstaltungen in EINEM Raum für möglich halte - das wird garantiert nicht an der Organsisation scheitern. Höchstens an Befindlichkeiten! Warum man nun den Raum unbedingt geteilt haben möchte leuchtet mir nicht ein - es entstehen abstruse Ideen der Verwirklichung dieser für mich nicht nachvollziehbaren Forderung.
Die Epitapien können genauso gut unter klimatisierten Glasvitrinen an der Wand ausgestellt werden - das wäre meiner Meinung nach sogar günstiger als den ganzen Andachtsraum zu klimatisieren. Oder soll der Altar und die Kanzel doch aufgestellt werden ???
Christian B.
01.12.2008, 19:43Uhr
Ersteinmal begrüße ich die breitangelegte Diskussion des Themas - schließlich wird ein universitärer und öffentlicher Raum gebaut, der alle Studenten und auch Leipziger angeht, die sich somit auch mit möglichst vielen (informierten) Stimmen einbringen sollten.

Um auf die Frage von Christian L.E. zu antworten - wenn du in irgendeine beliebige Kirche gehst, wirst du feststellen, dass die Orgel fast immer über dem Eingang, also gegenüber der Krypta eingebaut ist.. im Andachtsraum spielt also nie eine Orgel..

Meine Frage zum Thema ist, woher eigentlich die Informationen zu den Nutzungsszenarien stammen? Hat da schonmal jemand nachgefragt? Mich würde das interessieren, denn ich als Musiker bin ich natürlich an einer sehr guten Akustik interessiert. Dennoch scheinen mir die Szenarien extra etwas überspitzt dargestellt...?! Woher kommen die Skizzen - wer verbürgt sich für deren Richtigkeit?

Weiterhin würde ich mich der Frage anschließen, warum für die Epitaphien \"plötzlich\" so eine spezielle Klimatisierung erforderlich ist - während in hunderten anderen uralten Kirchen des Landes es nie solche Bedingungen gab und geben wird, sind dennoch deren Kunstschätze über die Jahrhunderte erhalten geblieben...

Als dritten Punkt bin ich äußerst schockiert über die Methoden der Politisierung der Namensfindung des Neubaus... Kürzlich hing während der h-moll Messe von Bach in der Thomaskirche ein großes Transparent mit der Forderung, das Paulinum \"Universitätskirche\" zu nennen. Noch schlimmer fand ich jedoch die provokante mehrmalige Nennung des Paulinums als \"Universitätskirche\" während der Vorrede zum Konzert. Ich denke das gehört nicht an eine eine solche Stelle, das (zahlende!) Publikum kam hier nicht zu einer Propaganda-veranstaltung zusammen...
Weiterhin erscheint mir der Name \"Universitätskirche\" schon allein deshalb unpassend, weil es hier eigentlich um eine Aula der Uni geht mit einer geschichtlichen Reminiszenz an die Paulinerkirche. Nun hat die Kirchenlobby sich jetzt schon so weit durchgesetzt, dass es eine 1:1 Anmutung einer Kirche gebaut bekommen hat.. das hätte man sicher auch abstrakter lösen können..
Doch sollten wir uns alle einmal vor Augen führen:
Der demokratische Rechtsstaat sollte (und wollte) aus Steuergeldern keine Kirche bauen, sondern eine Bildungsstätte, oder?
Claudia Maria Mahler
19.11.2008, 19:13Uhr
Was Sie nicht erwähnt haben, ist allerdings das denkwürdige Konzert am 30. Mai unter Leitung von Herrn Universitätsmusikdirektor David Timm in der Thomaskirche.
Ganz besonders ist mir die Uraufführung des Werkes "Epitaph" von Herrn Volker Bräutigam in Erinnerung geblieben. Für diese Komposition gibt es keine geeignetere Aufführungsstätte als die zukünftige Universitätskirche.

Für den Hinweis auf die Zusammenfassung des Akustikgutachtens vom Otober 2008 danke ich Herrn Moosdorf. Sie macht deutlich, dass es mit Trennwand nur eine eingeschränkte Akustik geben kann.

Nochmals an dieser Stelle deshalb die Frage: Warum hat die von der Theologischen Fakultät seit Jahren geforderte Konferenz der Nutzer der zukünftigen Universitätskirche und Aula bisher nicht stattgefunden?
Erst kürzlich hat die Theologische Fakultät nochmals ein- und nachdrücklich darum gebeten bzw. diese gefordert. Auch andere Universitätsangehörige haben dies getan. Warum wird dieser Bitte und Forderung durch die Universitätsleitung nicht entsprochen?
Die-Unikirche-Wird-Leben
19.11.2008, 18:37Uhr
Wie geht die Universität Leipzig eigentlich mit dem Geschehen um, z.B. dem 40. Jahresgedenken der Sprengung? Ich erinnere mich noch deutlich: Es kam gar nichts, sogar der Baubetrieb ging während der Gedenkveranstaltung demonstrativ weiter!! Es war schrecklich und peinlich. So ist es bis heute geblieben - nein es ist schlimmer geworden! Ein Lob an die Initiatoren von damals: http://www.landeskirche-sachsen.de/aktuelles/nachrichten/9500.html
Philipp Moosdorf
19.11.2008, 13:41Uhr
Mittlerweile gibt es auf dieser Seite auch eine Zusammenfassung des Akustikgutachtens von Fa. Müller-BBM datierend von Oktober 2008, ebenfalls mit sehr kritischer Sicht auf die akustischen Auswirkungen der Trennwand.
Das steht in offensichtlichem Widerspruch zu den drei Sätzen auf der StuRa-Seite (aus einem Gutachten derselben Firma mit Stand von November 2008).
Eine solche (Des-)Informationspolitik scheint zumindest merkwürdig (schärfere Attribute bewusst vermeidend).

Freundliche Feiertagsgrüße
Philipp

Dietrich Koch
16.11.2008, 19:27Uhr
Als ich Ende der fünfziger Jahre Kunstgeschichte bei Ladendorf und Jahn im HS 11 der Alten Uni gehört habe, war von klimatisch-konservatorischen Bedingungen noch nicht die Rede. Ich bin also Laie. Inzwischen werden gelegentlich Idealbedingungen verlangt, so von der Leipziger Kustodie für die geretteten Epitaphien. Es ist unbestritten, daß die Zeit bis zur erneuten Restaurierung von Epitaphien unter den nahezu idealen Bedingungen klimatisiert hinter einer Glaswand länger sein wird, als ohne Glaswand. Aber wie groß sind die Unterschiede? Statt nach 300 Jahren schon eine Restaurierung nach 200 Jahren? Dazu kenne ich kein Gutachten. In der Leipziger Praxis waren die Epitaphien ohne Klimatisierung jahrhundertelang ausreichend untergebracht. Wirklich gelitten haben sie erst nach der Sprengung 1968. Solche Zustände wie nach 1968 will niemand. Aber bis zu dieser Zeit waren die Kunstwerke der Unikirche so wie in Tausenden anderer Kirchen in ganz Deutschland ohne Klimatisierung untergebracht. Und sie kommen nicht aller 20 Jahre zum Restaurator. Warum nun solcher extremer Aufwand für die restaurierten Leipziger Werke aus der Unikirche?

Eine andere Möglichkeit wäre es, nur die (geringere) Anzahl von Epitaphien aus Holz in Plexiglasvitrinen geschützt unterzubringen. Das wäre immer noch billiger als die Glaswand im Ganzen.
Schließlich wäre zu überlegen, ob man die empfindlichen Holz-Epitaphe nicht in einem Seitenteil des Altarraumes unterbringt und diesen – und nur diesen – durch eine Glaswand abtrennt.

Die künftige Orgel muß im nichtklimatisierten Gesamtraum existieren. Ihre Holzpfeifen dürften nicht weniger empfindlich als Holzepitaphe sein.

Wenn schon für die Universitätsmusik keine idealen Bedingungen geschaffen werden, dann sollte auch für die Kunstwerke ein vertretbarer Abstrich gemacht werden können. Das ginge auch ohne Glaswand. Im gesamten Raum des Unikirchennachfolgers müßte lediglich die Luftfeuchtigkeit reguliert werden, nicht aber die Temperatur.
Zwischenrufer
16.11.2008, 17:06Uhr
Warum eigentlich 'Paulanum'? Ist der Paulaner nicht in der Nähe der Thomaskirche? Ist ja fast wie das entstehende 'Imperium Thomanum' im Bachviertel. Das ist doch verwirrend. Universitätskirche ist einfach geläufiger.
nurganzkurz
15.11.2008, 22:19Uhr
Ich bin ehrlich gesagt vom Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche begeistert, wie aber- und abertausende Menschen weltweit auch. Ähnliches hatte ich mir auch für die gemeuchelte Leipziger Unikirche erhofft. Das hat sich leider nicht erfüllt. Zu groß waren Desinteresse und Ablehnung. Dass nun auch der "Kirche/Aula"-Bau durch eine sinnlose Trennwand zerteilt werden soll ist einfach unfassbar. Wie kommt man nur auf so ein schmales Brett? Was für eine Raum- und Steuergelderverschwendung vor allem bei Konzerten (siehe unter Nutzungsszenarien)! Ich bin entsezt!
Christian L.E.
15.11.2008, 19:30Uhr
Interessant finde ich die Tatsache, dass - wie ich auf dieser Seite erfahren konnte - zu den von der Universität geplanten \"seltenen\" Konzertveranstaltungen eine neue Orgel in der Aula errichtet werden wird. Aus Erfahrung weiß ich, dass solch ein Instrument eine nicht unwesentliche finanzielle Angelegenheit darstellt.
Dabei frage ich mich:
-Lohnt die Investition für die Orgel, wenn sie doch eher selten genutzt werden wird ?
-Wie wird der qualitativen Erhaltung des Instrumentes bezüglich Raumklima Rechnung getragen?
-Wird ein Orgelkonzert in \"Mehrzweckakustik\" den Zuhörern ein Genuss sein ?
-Gehe ich Recht in der Auslegung der Nutzungs-Skizzen, dass die Orgel im Andachtsraum selber gar nicht erklingen kann, weil sie am anderen Ende des Raumes steht? (hierzu hätte ich gern eine Bestätigung anderer Kommentatoren, welche die Räumlichkeiten besser kennen als ich)
Dietrich Koch
15.11.2008, 11:21Uhr
Als Mitglieder der studentischen Universitätsmusik behandeln Sie zu Recht die akustischen Probleme, die Im nachfolgerbau der Universitätdkirche St. Pauli durch die nur im Bereich des Mittelschiffes zu öffnende Glastrennwand entstehen. Ihre Ausführungen aufgrund des genannten Gutachtens überzeugen mich.
Demgegenüber vertritt die Kustodie die Auffassung, daß die Trennwand klimatechnisch zum Schutz der Epitaphe im Altarraum erforderlich sei. Um zu einer Gesamtentscheidung zu kommen, müßten auch diese Fragen hier erörtert werden.
Claudia Maria Mahler
14.11.2008, 10:51Uhr
Sehr geehrte Frau Hausmann,

mit großem Interesse und aus Sorge um die Zukunft der Leipziger Universitätsmusik nehme ich die hiesige Diskussion wahr.
Bei der Diskussionsveranstaltung im Gemeindesaal der Thomasgemeinde haben Sie sich im Podium als Umbau-Referentin des STURA zu verschiedenen Fragen geäußert. Auf Nachfrage mussten Sie allerdings einräumen, sich beispielsweise mit Herrn Universitätsmusikdirektor David Timm als Vertreter eines der zukünftigen Hauptnutzer bis dato nicht im Gespräch befunden zu haben. Ich hoffe, Sie hatten inzwischen Gelegenheit, dies nachzuholen.
Mit vielen anderen zusammen bewegt mich in diesem Zusammenhang die auch von Frau Anschütz hier gestellte Frage: Warum hat die von der Theologischen Fakultät seit Jahren geforderte Konferenz der Nutzer der zukünftigen Universitätskirche und Aula bisher nicht stattgefunden?
Erst kürzlich hat die Theologische Fakultät nochmals ein- und nachdrücklich darum gebeten bzw. diese gefordert. Auch andere Universitätsangehörige haben dies getan. Warum wird dieser Bitte und Forderung durch die Universitätsleitung nicht entsprochen?

Zur Akustik-Problematik des Raumteilers: Herr Dudzak sprach hier von einem neuen Gutachten (10/08). Auf der von Ihnen angegebenen Seite finden sich lediglich drei ausgewählte Sätze zitiert. Ich halte es deshalb für angezeigt, dass das vollständige Gutachten veröffentlicht wird, - denn, wie hier bereits Herr Moosorf sehr zutreffend feststellte, die Beurteilung erfodert Transparenz. Tröpfchenweise Informationen helfen da nicht weiter.
Ich bitte Sie deshalb um Veröffentlichung des vollständigen Gutachtens.
Mit freundlichem Gruß.
Ilka Hausmann
13.11.2008, 23:06Uhr
Das hier wiedergegebene Gutachten feiert in ein paar Tagen seinen 3. Geburtstag! Der z.Z. ausgeführte Bau von Aula/Kirche unterscheidet sich doch wesentlich von den Planungen von 2005. Z.B. ist die Aula zugunsten der Kirche kleiner geworden, zum anderen gab es damals nur eine \"kleine Tür\" zwischen beiden Räumen, die Ausformulierung der Gewölbe und Säulen hat sich verändert, das Material auch ... Wir haben raumakustisch zwei sehr verschiedene Räume vor uns. Solche Gutachten werden nicht für die Schublade produziert, sondern sind Arbeitsgrundlage und Arbeitsanweisung für die Architekten. Und die haben die letzten Jahre nicht Däumchen gedreht. Die aktuelle Beurteilung der Glaswand durch Müller-BBM ist unter www.stura.uni-leipzig.de/stura-cms/803.html zu finden.
Desweiteren würde ich all diejenigen bitten, die vom StuRa Unterstützung wünschen, sich auch mit diesem in Verbindung zu setzen.
Eure Umbau-Referentin
Kerstin Lang
13.11.2008, 11:39Uhr
Haben Sie schon daran gedacht, für Ihr Anliegen auch die Unterstützung ehemaliger Vertreter der Leipziger Universitätsmusik zu erbitten? Davon gibt es sehr viele. Wenn Sie über Adressen verfügen, könnten Sie ihnen schreiben. Ich bin mir sicher, dass Sie dort die Ihnen zu wünschende Resonanz finden.
Mit herzlichen Grüßen und Wünschen aus Weimar!
Kerstin Lang
Philipp Moosdorf
12.11.2008, 15:02Uhr
EDIT: Das hier wiedergegebene Gutachten von Fa. Müller-BBM habe ich mittlerweile entdeckt. Inwiefern die dort gemachten Feststellungen zu den Konsequenzen der Glaswand für die Akustik jetzt aber die Befürchtungen der Universitätsmusik mildern könnten, leuchtet mir nicht ein.
Philipp Moosdorf
12.11.2008, 09:46Uhr
Bezüglich der Äußerung des Kommilitonen Dudzak "Frau Hausmanns Argumentation wird hierbai nämlich gerade von verschiedenen Gutachten gestützt, die die Befürchtungen, welche auf dieser Seite geäußert werden, wenn nicht gar widerlegen, denn zumindest abschwächen.":
Auf diese Gutachten wird zwar gerne Bezug genommen, bisher konnte ich sie jedoch im Netz nicht anfinden. Sicher sind diese bereits öffentlich zugänglich gemacht worden(bei solch wichtigen Entscheidungen ist maximale Transparenz ja unerläßlich), für Aufklärung, wo sie sich finden lassen, wäre ich dankbar.
Freundliche Grüße
Philipp
Harald Samuel
11.11.2008, 15:42Uhr
Lieber Kommilitone Dudzak,

was als Zuspitzung bezeichnet wurde, ist lediglich der Versuch, sich die parallele oder zeitnahe Nutzung unter Einbeziehung der Glaswand vorzustellen. Worin soll Ihr (in obigem Sinne) Nutzen bestehen, wenn nicht im Rahmen des von mir beschriebenen (absurden) Szenarios? Für ein geregeltes Nacheinander braucht man sie jedenfalls nicht. Braucht man sie für die Akustik...? Sollte es für das gesprochene Wort Schwierigkeiten geben, dann wäre Leipzig wohl die erste Stadt, in der man von Beschallungsanlagen noch nichts gehört hat...

Amüsiert grüßt H.S.
Christine Anschütz
11.11.2008, 11:00Uhr
Ich nehme die zahlreichen studentischen Unterzeichner des Offenen Briefes mit ihrer zum Ausdruck gebrachten Sorge ernst und unterstütze ihr Anliegen nachdrücklich. Wenn diese Studenten sagen, sie fühlen sich in dieser Frage bisher nicht vom StudentInnenRat der Universität vertreten, dann muss dies Ursachen haben.
Ich frage mich auch, warum die von der Theologischen Fakultät und anderen Universitätsangehörigen seit Jahren geforderte Nutzerkonfrenz bisher nicht stattgefunden hat.
Thomas Dudzak
11.11.2008, 10:11Uhr
"Wir entscheiden hier zwischen einer optimalen und sehr guten Akustik im Falle einer Kontzertnutzung"

Zumal ich nochmal auf den Kommentar von Frau Hausmann verweisen muss, in dem sie deutlich zum Ausdruck bringt, dass ein komplettes Weglassen der Glaswand sogar gegenteilige Effekte erzielen würde. Darüber sollte man vielleicht auch diskutieren.
Thomas Dudzak
11.11.2008, 10:08Uhr
Sehr geehrte Frau Mahler,

wenn ich von einem erträglichen Maße spreche, dann spreche ich nicht von einer optimalen, aber sehr guten Akustik. Es ist nun einmal so, dass am Augustusplatz kein Konzertsaal entsteht und wir leider mit gewissen Einschränkungen leben müssen. Angesichts der wirklich schlechten Akustik in einigen renommierten Konzertsälen - denken wir beispielsweise an die Staatsoper Berlin - kann ich natürlich verstehen, wenn mancher genau soetwas für das Paulinum befürchtet, dies allerdings steht nicht zur Debatte. Wir entscheiden hier zwischen einer optimalen und sehr guten Akustik im Falle einer Kontzertnutzung bei gleichzeitiger Abwägung mit den Bedürfnissen anderer Nutzungsarten.

Das von Ihnen erwähnte Gutachten müsste das von 2005 sein. Inzwischen liegt ein weiteres Gutachten (10/08) vor.

Sehr geehrter Herr Samuel,

weder für gottesdienstliche, noch für akademische Nutzung ist es zumutbar, den jeweils anderen Teil oder Gesamtraum tageweise unzugänglich zu halten. Insofern verstehe ich Ihre Überspitzung in dieser Frage nicht. Dass Veranstaltungen unbeeinflusst voneinander zeitnah stattfinden können sollten kann doch letztlich nur im allgemeinen Interesse sein.
Harald Samuel
10.11.2008, 21:12Uhr
Eine Nachfrage bezüglich des "Argumentes" der "multifunktionalen, wie zeitnah unterschiedlichen Nutzung von Teilräumen wie Gesamtaula". Wie haben wir uns das denn vorzustellen? Der Gottesdienst läuft und im übrigen Raum hinter der "transparenten Glaswand" wird schonmal umgeräumt? Oder in der Aula wird eine Konferenz abgehalten und die Besucher der Universitätskirche (diese Nomenklatur wäre man ja angeblich bereit zuzugestehen für den sonst zum "Andachtsraum" degradierten Teil) dürfen schonmal hinter die Glaswand auf die Konferenz schauen? Seltsam, irgendwie vermag mich das nicht zu überzeugen. Aber, nicht vergessen, hier geht es ja um die klanglichen Effekte!
Claudia Maria Mahler
10.11.2008, 12:23Uhr
Sehr geehrter Herr Dudzak,

da ich am Gespräch im Gemeindesaal der Thomaskirche am 20. Oktober teilgenommen habe, sind Sie mir wie auch die studentische Vertreterin des STURA Ilka Hausmann mit den dort vertretenen Meinungen bereits etwas bekannt.
So bin ich auch weniger verwundert, dass Sie auch hier den Raumteiler befürworten.
Bestimmt stimmen Sie mit mir aber überein, dass der Freistaat Sachsen am Ort der gesprengten Universitätskirche niemals einen derart hohen Finanzaufwand betreiben würde, wenn dort nicht bis 1968 die über siebenhundert Jahre alte Universitätskirche St. Pauli gestanden hätte. Welche Universität in Deutschland könnte schon von sich sagen, dass in ihren Mauern ein Johann Sebastian Bach, ein Johann Adam Hiller, ein Felix Mendelssohn Bartholdy oder ein Max Reger musiziert hätten?
Jetzt, nachdem die Leipziger Universitätsmusik mit ihrer einmaligen Tradition nach aufgezwungenen 40 Jahren Exil endlich ihre angestammte Heimstatt wieder neu erhalten wird, versuchen Sie die negativen akustischen Auswirkungen der geplanten Glaswand, die soviel ich gehört habe, inzwischen auch vom beauftragten Baubüro für Akustik bestätigt worden ist, dadurch zu entkräften, indem Sie davon sprechen, dass eine Art \"Mehrzweckhalle\" entstünde, die nun einmal verschiedenen Anforderungen genügen müsse. Wörtlich schreiben Sie: \"Wir sprechen also insgesamt von einer Verschlechterung für die einzelnen Nutzungen nicht über ein erträgliches Maß hinaus\".
Wo beginnt für Sie ein erträgliches Maß und wo hört es auf?
\"Erträglich\" waren für mich z. Bsp. auch die großartigen Konzerte des Universitätschores unter Leitung von Universitätsmusikdirektor Timm in der Leipziger Peterskirche, obwohl die Peterskirche über alles andere als eine gute Akustik verfügt.
Es geht beim Neubau am Ort der Universitätskirche doch nicht um ein \"erträgliches Maß\" an Einschränkungen für die Universitätsmusik, sondern um optimale Bedingungen, also um jene \"hervorragende Akustik\", welche die Ausschreibung vorsah!
Die einmalige Chance zu verspielen, der Leipziger Universitätsmusik endlich wieder in den eigenen Mauern einen Raum zur Verfügung zu stellen, der diese Musik in keinster Weise behindert, hätte nicht nur für die Universitätsmusik fatale Folgen, sondern würde der Musikstadt Leipzig national wie international schaden. Schon jetzt hat das Leipziger Bach-Archiv darauf hingewiesen, die zukünftige Universitätskirche im Rahmen des jährlichen Bachfestes nutzen zu wollen.
Was, glauben Sie, würden die internationalen Gäste des Bachfestes dazu sagen, wenn sie gesagt bekämen, der Raum verfüge zwar über keine optimale Akustik, diese Einschränkungen würden aber \"das erträgliche Maß\" nicht überschreiten?
Thomas Dudzak
10.11.2008, 11:20Uhr
Sehr geehrter Herr Pohlmann,

es ist natürlich schade, dass Sie gerade auf Punkt 1, also auf die musikalischen Einschränkungen, nicht weiter eingehen wollen. Frau Hausmanns Argumentation wird hierbai nämlich gerade von verschiedenen Gutachten gestützt, die die Befürchtungen, welche auf dieser Seite geäußert werden, wenn nicht gar widerlegen, denn zumindest abschwächen. Gerade mit Hinblick auf die von Frau Hausmann angesprochene übermässige Verlängerung der Nachhallzeit durch Verzicht auf die Glaswand würde das Begehr dieser Seite konterkarieren.

Zu Punkt 2 kann man natürlich nur Fragen, woher Sie diese Informationen haben wollen. Aus den bisherigen Gesprächen und Äußerungen geht dies in jedem Falle nicht hervor. Wenn Sie eine gottesdienstliche Nutzung des Gesamtraumes an jedem Sonn- und Feiertag meinen, ist dies sicherlich richtig, die gottesdienstliche Nutzung des Andachtsraumes jedoch ist m.K.n. bisher von keiner Seite in Zweifel gezogen worden. Dieser sollte zunächst auch mit seiner Maximalbestuhlung von 275 Plätzen für den regulären Universitätsgottesdienst ausreichend Platz bieten. Semesterauftakt- oder Feiertagsgottesdienste werden sicherlich, nach vorheriger Anmeldung, auch den Gesamtraum in Anspruch nehmen können.

Für dies Argumentation gegen die Glaswand als "Symbol der Spaltung" hingegen habe ich nur ein Kopfschütteln übrig. Machen wir uns noch einmal die visuellen Eigenschaften von Glas bewusst, so ist es unmissverständlich, dass der Gesamteindurck des Raumes auch mit dieser immer als ein ganzer, niemals als ein geteilter oder zusammengschobener Raum wirken wird. Unnötig ist die Glaswand schon aus Gründen des Klimaregimes, der multifunktionalen, wie zeitnah unterschiedlichen Nutzung von Teilräumen wie Gesamtaula, aber auch aus akustischen Gründen nicht. Verschiedenste sachliche Gründe sprechen, nicht nur aus Kostengründen, für eine Trennung der beiden Räume durch einen flexiblen (!) Raumteiler.

Zum Punkt 3 vielleicht soviel: In der Ausschreibung für die Aula wurden verschiedenste Nutzungsszenarien verlangt, für die gleichzeitig immer optimale Bedingungen gefordert worden sind. Jedoch ist zu bemerken, dass sich die optimalen BEdingungen einer jeden Nutzung teilweise gegensätzlich gegenüberstehen.

Vom baulichen Aspekt her entsteht am Augustusplatz so etwas wie eine Mehrzweckhalle. Um die unterschiedlichsten Nutzungsszenarien zu vereinen, werden also entsprechende bauliche Anpassungen notwendig - eine davon ist die oft gescholtene Glaswand. Wir sprechen also insgesamt von einer Verschlechterung für die einzelnen Nutzungen nicht über ein erträgliches Maß hinaus, sondern in einem klar abgesteckten Toleranzrahmen einer sehr guten Nutzbarkeit. Derzeit ist, auf Grund der großen Öffnungsfläche des Mittelschiffs, davon auszugehen, dass sich beide Raumteile wie ein akustischer Gesamtraum verhalten werden. Die Abtrennung der Seitenschiffe ist dabei zu vernachlässigen. Nur im Bereich direkt hinter der Glaswand wird ein volles akustisches Klangerlebnis nicht möglich siein, dieser Bereich ist jedoch bereits bei allen Nutzungsszenarien ausgespart. der (Teil-) Verschluss der Seitenschiffe entspricht dabei im übrigen dem historischen Vorbild, bei dem die Seitenschiffe auf halber Höhe hochgemauert waren. Niemand nimmt also billigend in Kauf, dass es eine Verschlechterung der Raumakustik auf Grund der Glaswand geben wird, ganz im Gegenteil, wirkt sich die Glaswand bei einem Teil der Nutzungsszenarien positiv auf die Raumakustik aus, bei einem anderen Teil ist davon auszugehen, dass die Folgen der Glaswand zu vernachlässigen sind.

Im Übrigen machte die mangelnde Spachverständlichkeit in den Kirchen Europas den Einbau von Kanzeln erst notwendig, da ohne diese und ohne moderne Beschallungsanlagen die Nachhallzeiten in diesen Gebäuden zu lang war.

Zum Schluss: Der Vorschlag mit einem Vorhang lässt letztlich die Notwendigkeit verschiedener Klimaregime beiseite und muss entsprechend verworfen werden.
Thomas Pohlmann
10.11.2008, 09:43Uhr
Zum Kommentar von Frau Ilka Hausmann vom 10.11.2008, 02:26 Uhr:
1. Auf die (kirchen)musikalischen Einschränkungen durch den Einbau einer Glaswand gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Sie sind auf dieser Homepage überzeugrnd und nachvollziehbar beschrieben.
2. Hinsichtlich der Beschränkungen für die gottesdienstliche Nutzung der zukünftigen Universitätskirche und Aula durch den Einbau einer trennenden Glaswand sei darauf hingewiesen, dass die Kirchenmusik Bestandteil dieser Nutzung ist, dass bereits jetzt gesagt wird, \"Gottesdienste würden zu einer Kostenexplosion führen\" und dass die Universitätsleitung gegenwärtig nicht einmal bereit zu sein scheint, die gottesdienstliche Nutzung an jedem Sonn- und Feiertag zu gewährleisten.
Dass Viele diese Glaswand zudem berechtigter Weise als ein unnötiges \"Symbol der Spaltung\" ansehen und sie auch deshalb ablehnen, dürfte ebenfalls hinlänglich bekannt sein.
3. Was nun die akademische Nutzung anbelangt, verweisen Sie auf die Nachhallzeit und räumen der kürzeren Nachhallzeit für die Sprachverständlichkeit offenbar eine so hohe Bedeutung bei, dass ich Sie nur so verstehen kann, dass Sie aus diesem Grunde u. a. bereit wären, die erheblichen negativen Auswirkungen der Glaswand auf die (kirchen)musikalische Nutzung u. a. billigend in Kauf zu nehmen.
Nun habe ich die Sprachverständlichkeit in vielen Kirchen Europas vergleichbarer Bauart grundsätzlich nie als derart eingeschränkt erlebt, dass ich Ihr Argument von mir aus nachvollziehen könnte. Sicher dürfte jedoch sein, dass man - beispielsweise mit Hilfe eines Vorhanges - Ergebnisse erzielen würde, die auf die schädlichen Begleiterscheinungen der Glaswand und ihrer Errichtung verzichten ließen.

Ilka Hausmann
10.11.2008, 02:26Uhr
Zum Kommentar von Thomas Pohlmann:
Gerade für die akademische Nutzung der Aula ist die Trennwand von Vorteil. So können die für die Sprachverständlichkeit wichtigen kürzeren Nachhallzeiten realisiert werden.
Ilka Hausmann
10.11.2008, 02:17Uhr
Zum Brief von Herrn Blomstedt:
Der ursprüngliche Siegerentwurf des Architekten van Egeraat sah eine doppelte, nicht transparente Trennwand vor.
Ilka Hausmann
10.11.2008, 02:14Uhr
Vielen Dank für die sachliche Argumentation auf dieser Seite!
Zu den abgebildeten Nutzungsszenarien möchte folgendes erwähnen:
- die eingezeichnete geplante Glaswand ist in den Zeichnungen nicht vollständig (d.h. über das gesamte Mittelschiff) geöffnet, was zu falschen Annahmen führt. Für ein Orgelkonzert ist eine Bestuhlung wie im unteren Fall gezeigt, auch für die geplante Glaswand möglich.
- die Bestuhlungsvariante "Chorsinfonisches Konzert mit weit zu öffnender Glaswand" hat den Vorteil, das mehr Zuhörer Platz finden. Sie hat aber den Nachteil, das diese auf dem Podium (dieses befindet sich zwischen Glaswand und der ersten Reihe Säulen der Aula) platziert werden. Dadurch haben alle anderen Besucher weder Sichtkontakt zu den Musikern, noch erhalten sie Direktschall. Was alles andere als optimal ist.
- Auch ist zu bedenken, dass bei Öffnung der Glaswand (bzw. Verzicht auf diese) die Nachhallzeit über den optimalen Wert für Sinfoniekonzerte ansteigt.
Thomas Pohlmann
09.11.2008, 16:05Uhr
Zunächst einmal Respekt für Ihre Initiative! Möge sie erfolgreich sein!
Ihre Überlegung allerdings, die Glaswand beispielweise „in mehr als vier Segmente zu unterteilen, sodass sich die Öffnungsfläche vergrößert, oder aber die Öffnung durch Drehung der Segmente zu bewerkstelligen, sodass die schallreflektierende Fläche minimiert wird“, könnte zwar die Auswirkungen auf die Akustik reduzieren, greift aber in einem entscheidenden Punkte zu kurz. Dies würde nichts daran ändern, dass die Trennwand grundsätzlich geschlossen ist und nur zu besonderen Anlässen geöffnet werden würde. Kürzlich wurde schon in der LVZ die Meinung vertreten, größere Gottesdienste würden – bei geöffneter Trennwand – zu einer „Kostenexplosion“ führen. Nur in einer Bauausführung ohne Trennwand in einem als Universitätskirche und Aula genutzten Raum kann also die Lösung liegen, die weder die musikalische noch die gottesdienstliche noch die akademische Nutzung nachhaltig behindert. Dabei ist ganz selbstverständlich, dass für die besonders schützenswerten Epitaphe Lösungen ohne Trennwand gefunden werden können. Es kann und darf nicht sein, daß wenige Kunstwerke zum Vorwand genommen werden, die zukünftige Nutzung der Universitätskirche hochgradig einzuschränken.
Caroline
09.11.2008, 15:05Uhr
Ist es nicht außerdem so, daß die Orgel ähnliche wenn nicht die gleichen klimatischen Bedingungen bevorzugt bzw, braucht wie die Epitaphien? Sollte man nicht diesem sensiblen, teuer neugebauten Instrument diegleiche Sorge tragen wie jenen?
Christian L.E.
09.11.2008, 14:18Uhr
Wenn erst die Studentenschaft eine Plattform ins Leben rufen muss, auf der zum ersten Mal die wichtigsten Fakten zum Thema relativ sachlich der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden, dann ist es keinesfalls zu spät! Die Studenten müssten sich eigentlich als letztes darum kümmern, was für sie gebaut wird - dafür gibt es zurzeit viele gut bezahlte Experten: Es wäre mir unbegreiflich, wenn man eine nagelneue Orgel in einen dafür akustisch nicht perfekten Raum setzt!!! Auch werden namhafte Künstler und Ensembles diesen Konzertraum meiden, wenn er dafür nur halbwegs geeignet ist.
Danke für diese Informationen!
Mirko - komme runder
09.11.2008, 11:57Uhr
Studentisches Engagement? Das kommt reichlich zu spät. Ihr hättet euch mal etwas eher in die Diskussion einschalten sollen, aber da war euch das Georgel wahrscheinlich zu unwirklich. Jetzt habt ihr den Salat uns solltet euch mit den von der Uni getroffenen Entscheidungen endlich abfinden.
Christoph A. Harzer
08.11.2008, 09:21Uhr
Auch ich freue mich über Ihre Seite!
Ganz wunderbar hat sich, wie ich finde, Herr Gewandhauskapellmeister a. D. Prof. Herbert Blomstedt in seinen Brief an Sachsens Ministerpräsidenten geäußert:
„Als Künstler, Wissenschaftler und Christ ist es mir ein Herzensanliegen,
daß die Trennwand zwischen Altarraum und Kirchenschiff in der neuen Universitäts-
kirche St. Pauli in Leipzig nicht gebaut wird, sondern daß der ursprüngliche Siegerentwurf
des Architekten von Egeraat realisiert wird.
Dies sowohl aus akustischen als religiösen Gründen.
Die Aufgabe der Universität ist zu verbinden, nicht zu trennen."
Caroline Mayer
08.11.2008, 08:52Uhr
Ihr studentisches Engagement zum Wohle der Leipziger Universitätsmusik und damit zum Wohle der Bach- und Mendelssohnstadt Leipzig finde ich großartig.
Über 40 Jahre war der Universitätsmusik die Heimstatt genommen.
Die zukünftige Universitätskirche und Aula darf nicht über eine mangelhafte Akustik verfügen. Dies bewusst billigend in Kauf zu nehmen, verstößt nicht nur gegen die Ausschreibung, sondern ist in höchstem Maße unverantwortlich!
Zugleich darf die Nutzung durch die weiteren Hauptnutzer wie die Universitätsgemeinde u.a. in keinster Weise eingeschränkt werden. Auch hier wirft die Glaswand enorme Probleme auf.
Sie darf nicht gebaut werden!
Frank Schulzendorf
07.11.2008, 02:00Uhr
Hallo!
Das ist eine sehr gelungene Seite. Ich studiere nun schon seit zwei Jahren in Leipzig un dhabe nicht wirklich gewusst, daß es Studenten gibt, die von dem Neubau einen Nutzen erwarten.
Ich komme mal zu einem Eurer nächtsen Konzerte!!!

 

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Letzte Aktualisierung:
Mittwoch, 22. Dez. 2010
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