Kurzinterview mit Mario Götz (www.paulinum-glaswand.de) auf Mephisto 97.6
Sendedatum: 7. November 2008, 19:00 Uhr
Musiker-Kritik an Glaswand / Steinbach-Lob für Harms
Im Namen von 200 Studenten, die in den Klangkörpern der Uni musizieren, haben sich Mitglieder der Leipziger Universitätsmusik in einem offenen Brief an Rektor Franz Häuser gegen die geplante Glaswand zwischen Andachtsraum und Aula des neuen Paulinum-Gebäudes ausgesprochen. Sie fordern eine technische Lösung, die das Haus als Ganzes für Konzerte nutzbar macht „und den Ansprüchen an einen modernen Konzertsaal im Herzen der Musikstadt Leipzig gerecht wird“.
Die Musiker von Universitätschor, -orchester und -bigband befürchten, „der Einbau einer nur zur Hälfte zu öffnenden Glaswand“ beeinträchtige die Akustik so stark, „dass sie für Konzerte nicht oder nur eingeschränkt nutzbar wäre“. Damit widerspreche die Alma mater ihrem eigenen Qualifizierungsverfahren. „In dem heißt es: Der Raum soll über eine offene Bühnenfläche und über eine hervorragende Akustik verfügen.“ Von den Problemen seien dann auch Klangkörper von Gewandhaus, Oper und Mitteldeutschem Rundfunk betroffen, ebenso Konzerte im Rahmen des Bach-Festes. Der kulturelle Ruf von Uni und Musikstadt sei gefährdet, „wenn nationale und internationale Gastmusiker und Besucher durch eine mangelhafte Akustik des Neubaus zwischen Oper und Gewandhaus abgestoßen werden.“
Auch die christlichen Studenten haben jetzt eine gemeinsame Position zum Paulinum formuliert – und sie an die Universitätsleitung und die Teilnehmer der Schlichtungsrunde von Generalbundesanwältin Monika Harms geschickt. Die Kommilitonen hoffen, „dass sich in diesem Raum Veranstaltungen etablieren, die den Austausch zwischen Religion und Wissenschaft im akademischen Diskurs fördern“. Um die Nutzergruppen zu koordinieren, bitten sie um baldige Einberufung einer Konferenz.
Das Aktionsbündnis „Neue Universitätskirche St. Pauli“ begrüßte gestern die Schlichtungsrunde von Harms, die damit den Streit um den Namen Paulinum und die Glaswand beenden will. Durch das Gremium werde gezeigt, dass der Neubau nicht nur eine Angelegenheit der Uni, sondern aller Leipziger sei. „Ich kann jedoch noch keinen Ausweg bei den Gesprächen erkennen“, so Landesdirektionspräsident Walter Christian Steinbach, Mitglied des Bündnisses. Er wolle zudem klarstellen, „dass in den ersten Entwürfen keine Glaswand vorgesehen war“.
Peter Krutsch
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 8.11.2008, Seite 20

Foto: Ralf JulkeDie studentischen Mitglieder der Klangkörper der Universität Leipzig haben sich am Freitag, 7. November, in einem offenen Brief an den Rektor der Universität, Prof. Dr. Franz Häuser, gewandt. Sie haben ihre ganz eigene Sicht auf die geplante Glaswand im neuen Paulinum.
In ihrem Schreiben fordern die Studierenden, dass eine technische Lösung gefunden wird, die das Paulinum als Ganzes für Konzerte nutzbar macht und den Ansprüchen an einen modernen Konzertsaal im Herzen der Musikstadt Leipzig gerecht wird.
Die rund 200 Musikerinnen und Musiker von Universitätschor, -orchester und -bigband befürchten, dass durch den Einbau einer nur zur Hälfte zu öffnenden Glaswand die Akustik und Bespielbarkeit ihrer neuen Wirkungsstätte dermaßen stark beeinträchtigt wird, dass sie für Konzerte nicht oder nur eingeschränkt nutzbar wäre. Damit widerspricht die Universität auch ihrem eigenen Qualifizierungsverfahren aus dem Jahr 2003. Darin heißt es: „Der Raum soll über eine offene Bühnenfläche und über eine hervorragende Akustik verfügen.“
Von den Problemen wären nicht nur die Universitätsmusiker betroffen, sondern auch die bedeutenden außeruniversitären Klangkörper von Gewandhaus, Oper und Mitteldeutschem Rundfunk (MDR), denen das Paulinum für Konzerte offen stehen soll. Darüber hinaus hat das Bacharchiv Leipzig angekündigt, den Raum für Konzerte im Rahmen des Bachfestes nutzen zu wollen.
Der kulturelle Ruf der Universität und der Musikstadt Leipzig würde gefährdet, wenn nationale und internationale Gastmusiker und Besucher durch eine mangelhafte Akustik des Neubaus zwischen Gewandhaus und Oper abgeschreckt werden.
Der Brief der Universitätsmusiker ist nachlesbar unter www.paulinum-glaswand.de. Dort werden auch Unterschriften gesammelt, um dieser eigenen Haltung zum Glaswand-Problem Nachdruck zu verleihen.
www.paulinum-glaswand.de
Quelle: Leipziger Internetzeitung vom 8.11.2008
Eine Video-Reportage von Falko Wittig und Sebastian Beyer vom 12.12.2008 abzurufen bei